Freuen erlaubt?

Eine junge Frau sitzt mir gegenüber. Sie ist trotz des schönen, frühsommerlichen Wetters bedrückt. „Ich finde, es wird viel zu wenig getan!“, sagt sie. „Der Klimawandel sollte doch auch hier in der Kirche eine Rolle spielen. Die Ängste meiner Kinder gehen dahin, dass sie sogar schon fragen: ´Mama, dürfen wir uns denn überhaupt über die Sonne freuen? Das bedeutet doch, dass der Klimawandel immer weiter voran geht?´Was soll ich ihnen nur sagen? Sie sind doch die Generation, die das alles ausbaden muss!“

Ich bin erschrocken darüber, wie ernst ihr diese Sache ist, wie ihr Familienleben leidet unter diesen Ängsten. Und ich denke noch einmal ganz neu nach über die Klima-Propaganda, die Ängste schürt, über Information und Desinformation, über Leute, die damit Geschäfte machen.

Natürlich ist es so, dass wir Menschen die Erde verändern. In unserer Zeit ist das sogar rasant der Fall. Es werden immer mehr Menschen geboren, es wird immer schneller erfunden, immer mehr betrogen vermutlich aber auch… Zur Zeit der beginnenden Technisierung im 19. Jhdt. gab es einen ähnlichen irre schnellen Aufstieg der Industrie. Eine Erfindung jagte die andere, Fabriken schossen aus dem Boden – und die Verarmung der Landbevölkerung z.B. nahm zu. Niemand von uns heute würde ohne den Fortschritt leben wollen, oder? Und die Leute, die angeblich oder wirklich unter diesen Entwicklungen leiden, die am liebsten alles ändern würden, die fahren trotzdem in schnellen Autos, gönnen sich Flugreisen zu exotischen Zielen und wären vielleicht doch nicht bereit, ihre Impfung abzugeben zu Gunsten eines afrikanischen Kindes?

Solange wir nicht echt verzichten wollen, wird es kein verantwortliches Handeln auf dieser Welt geben. Denn alles kann man eben nicht haben. Und der große Trend geht nach wie vor ums Geld und nicht um das, was richtig wäre.

Als Christen haben wir Verantwortung für diese Welt. „Ihr seid das Licht der Welt!“, sagt Jesus zu uns. Machen wir denn unsere Welt heller? Besser? Liebevoller? Haben wir das Vertrauen in den auferstandenen Herrn, dass alle Dinge in seiner Hand sind? Auch diese sich verändernde Welt, in der wir leben?

Es bleibt das, was uns biblisch versprochen ist: ER ist bei uns. Niemand kann uns von seiner Liebe trennen. Im Leben und im Sterben gehören wir zu ihm. So können wir bei Sonne und Regen, bei Katastrophen, in Kriegen, im Wohlstand, in Sicherheit und Verfolgung bei ihm bleiben. Für immer. Oder wie es ein altes Lied sagt: „Weiß ich den Weg auch nicht – DU weißt ihn wohl. das macht die Seele still und friedevoll.“ (Hedwig von Redern)

Ja, ich denke, wir können und sollen uns über das schöne Wetter freuen. Und wenn der Sturm unsere Garage abdeckt, dann können wir dankbar sein, dass Gott unser Leben bewahrt hat. Und wenn wir schlimme Dinge erleben müssen, können wir unsere Vertrauen auf ihn setzen, der immer unsere Hilfe ist. Und genauso können wir überlegen, wo wie Energieverschwendung begrenzen können, wo wie sparsam und verantwortlich umgehen können mit Zeit, Geld und der Natur. Oder wo wir denen helfen können, die von den gesellschaftlichen und globalen Veränderungen direkt betroffen sind. Damit SEIN Licht stärker leuchtet in dieser Welt.