Dafür nicht

Sonntagnachmittag. Ich will mit den Kindern nochmal los, das Wetter ist so schön. Unser Auto springt nicht an. Alle Lampen am Armaturenbrett leuchten wie ein Weihnachtsbaum. Das sieht gar nicht gut aus. Ich schicke eine e-mail an die Werkstatt in der Hoffnung, dass das einer liest.

Montagmorgen. Ich rufe in der Werkstatt an. Ja, sie hätten die mail schon auf dem Tisch. Nein, das wäre gar kein Problem, der Abschlepper sei eben losgefahren. Zu uns. Ich bin wirklich erleichtert – und bedanke mich. „Ach, dafür nicht“, sagt die junge Frau am Telefon. Doch, ich finde schon, dass das einen Dank wert ist. Aber sie hat schon aufgelegt.

Was für mich ein großer Grund zum Danken ist (weil mein Problem gerade gelöst wird) ist für Andere scheinbar keine große Sache. Natürlich, es ist ihre ganz normale Arbeit, sie werden dafür bezahlt, mir zu helfen. Trotzdem ist da noch mehr dran. Es ist ja auch die Freundlichkeit, das Verständnis, das mir entgegengebracht wird, das ich anerkennen möchte. Ich sehe es eben nicht als selbstverständlich an (denn es gibt ja auch ganz andere Leute…).

Es passiert mir immer wieder, dass Menschen meinen Dank nicht annehmen wollen. Sicher, es ist vielleicht nur eine Redensart, aber ich komme doch ins Nachdenken.

Ein Wortspiel, das ich neulich las, kommt mir in den Sinn: Danken kommt von Denken. In der Bibel lesen wir, dass das zu Gott hin gerichtete Denken uns zum Danken führt. Verwirrend? Nein, gar nicht. Wenn mein Denken über mich und diese Welt eine Adresse gefunden hat (in Gott), dann fallen mir viele Dinge ein, für die ich IHM dankbar sein kann: Situationen, Umstände, Menschen, durch die ich beschenkt werde, wo ich behütet wurde, wo ich Hilfe fand.

Das Wortspiel geht noch weiter: Denken ohne Gott führt zum Dünken, zum Dünkel. Was für ein altmodisches Wort. Es bedeutet, eine unangemessen hohe Meinung von sich selbst zu haben. So etwas wird oft als unangenehm empfunden, um solche Menschen macht man lieber einen großen Bogen. So möchte ich nicht von anderen gesehen werden. Vielleicht ist das ein Grund dafür, warum manche Leute so schwer Dank annehmen können?

Ich habe mir angewöhnt, auf ein dankbares Wort hin zu sagen: „Gern geschehen.“

So ähnlich reagiert übrigens Gott, wenn wir IHM danken: „Wer mir Dank sagt, bringt mir ein Opfer, das mich wirklich ehrt. Wer auf diesem Weg bleibt, der erfährt meine Rettung.“ (Psalm 50)

Ist doch super! Danke also.