Sturm

Wir haben die Bilder der Überschwemmungen im Juli noch im Kopf. Wir trauern um die vielen Verunglückten, sind in Gedanken bei den Menschen, die ihr Hab und Gut im Wasser verloren haben.

Trotz Wetterwarnung, trotz zahlreicher Hilfsmittel und Helfer wir Schäden zu beklagen, die die Natur uns zugefügt hat. Unsere menschlichen Mittel haben nicht ausgreicht, uns zu schützen.

Hier im Norden kennen wir die Stürme, wir leben damit. Im Herbst und im Frühjahr erwarten wir sie geradezu, stellen uns darauf ein. Und doch – die gewaltigen Kräfte der Natur erstaunen und erschrecken uns immer wieder.

In der Bibel gibt es eine Begebenheit, wo ein Mann auf Gott wartet. Er hat schon viel mit IHM erlebt: Hilfe, Bewahrung, sogar übersinnliche Erfahrungen und Wunder. Man sollte meinen, dass dieser Mann durch nichts mehr zu beeindrucken ist. Er kennt seinen lebendigen Gott. Was für eine Aussage!

Und doch – wie in jeder guten (Liebes-)Beziehung ist genug nicht genug. Nach dem großen Wunder überfällt ihn die Depression. Gott war eben noch ganz nah – und nun fühlt er sich total allein und verlassen.

Der Mann wünscht sich von ganzem Herzen wieder Nähe, Gottes Gegenwart, nur einmal Gottes Gesicht sehen zu können. Seine Kraft hat er erlebt, das hat offenbar in ihm nur den Wunsch nach MEHR geweckt. „Ich möchte dich ganz sehen, so wie du bist!“

Man kann Gott also ganz persönlich finden, und das ist mehr als alle wunderbaren Erfahrungen zusammen.

Was tut nun Gott, der Lebendige, von dem die Bibel sagt, dass niemand ihn sehen kann (weil man sonst sterben müsste)? Gott lässt sich auf die Bitte seines Freundes ein. Auch ER wünscht sich ganz persönliche Begegnungen mit uns Menschen. Es heißt, dass seine Augen die ganze Erde absuchen nach Menschen, die IHN lieben möchten!

Gott verabredet sich mit seinem Freund. „Damit du nicht sterben musst, geh in diese Felsenhöhle hinein. Dann werde ich draußen vorüber gehen.“ So einfach ist das? Gott geht auf menschliche Wünsche und Bedürfnisse ein? Das muss uns eigentlich nicht erstaunen, denn immerhin kam ja sein einziger Sohn als Baby in diese Welt, um uns nahe zu sein. SO ist Gott eben einfach: der ewig Suchende, der Liebende.

Zurück zu unserer Szene in der Höhle. Der Mann sitzt also dort und erwartet Gott. Da hört er draußen ein gewaltiges Gewitter. Die ganze Kraft des Universums ist unterwegs, es gibt ein Erdbeben, einen mächtigen Sturm, eine Feuersbrunst. Naturkatastrophe pur. Man kann um sein Leben bangen, wenn man diesen Elementen ausgesetzt ist. Doch der Mann ist sich ganz sicher: Da ist Gott nicht.

Nachdem sich der Sturm gelegt hat, empfindet der Mann etwas ganz Leichtes, Zartes, er spürt einen Hauch von Bewegung. Liebevoll ist er eingehüllt in die Nähe, die Gegenwart von… Gott. Als er es wagt, aus der Höhle hinaus zu schauen, sieht er jemanden, der sich entfernt. Von hinten sieht er, erahnt er die Präsenz seines Freundes.

Bist du gerade im Sturm? Innerlich oder äusserlich? Fühlst du dich gebeutelt, überwältigt, ausgeliefert? Gottes Einladung an dich besteht: Komm zu mir, wenn du mühselig und beladen bist. ICH will dich erfrischen.

Gott ist da. Finde raus, ob´s stimmt.